Datei gelöscht? Sichere Schritte für einen Wiederherstellungsversuch
Eine gelöschte Datei lässt sich möglicherweise wiederherstellen, doch keine App kann den Erfolg versprechen. Schreiben Sie zunächst nichts mehr auf das Laufwerk, auf dem die Datei lag. Prüfen Sie danach Papierkorb und Sicherungen, bevor Sie Wiederherstellungssoftware installieren oder starten.
Beginnen Sie mit den risikoärmsten Möglichkeiten
Prüfen Sie den Papierkorb, den ursprünglichen Ordner und vorhandene Sicherungen oder Versionsverläufe. Bei Cloudspeichern sehen Sie im Bereich für gelöschte Elemente und im Kontoverlauf nach; Verfügbarkeit und Aufbewahrungsdauer hängen vom Dienst ab. Stellen Sie keine Sicherung über neuere Dateien wieder her, ohne zu prüfen, was ersetzt wird.
Bei einem Arbeits- oder Schulgerät fragen Sie die Administration, bevor Sie Software installieren oder Datenträger ändern. Klickt das Laufwerk, wird es getrennt oder ist es heruntergefallen beziehungsweise nass geworden, verwenden Sie es nicht weiter und erwägen Sie einen seriösen Datenrettungsdienst. Wiederholte Software-Scans können einen physischen Defekt verschlimmern.
Vermeiden Sie das Überschreiben der Daten
Nutzen Sie das betroffene Laufwerk so wenig wie möglich. Windows behandelt den Speicherplatz gelöschter Dateien als frei; neue Schreibvorgänge können Daten überschreiben, die für eine Wiederherstellung nötig wären. Installieren Sie das Programm möglichst nicht auf demselben Laufwerk, das Sie prüfen.
Speichern Sie wiederhergestellte Dateien auf einem anderen physischen Datenträger. Ein anderer Ordner auf derselben Festplatte bietet nicht denselben Schutz. Sind die Daten besonders wertvoll, brechen Sie Versuche ab und holen Sie fachlichen Rat ein.
Wählen Sie ein passendes Werkzeug
Windows File Recovery ist Microsofts Befehlszeilen-App, mit der sich lokale gelöschte Dateien außerhalb des Papierkorbs wiederherstellen lassen sollen. Sie unterstützt Windows 10 und 11, aber keine Cloudspeicher oder Netzwerkfreigaben. Laut Dokumentation müssen Quell- und Ziellaufwerk verschieden sein. Lesen Sie Microsofts aktuelle Anleitung: Modus und Filter hängen vom Dateisystem und Verlustfall ab.
PhotoRec aus dem TestDisk-Projekt ist ein kostenloses Open-Source-Werkzeug, das nach Dateisignaturen suchen kann, auch bei beschädigtem Dateisystem; ursprüngliche Namen und Ordner bleiben möglicherweise nicht erhalten. TestDisk zielt auf Partitionen und Dateisysteme und ist nicht dasselbe wie PhotoRec. Recuva ist eine weitere Windows-Option; prüfen Sie Funktionen und Grenzen beim Anbieter. Kein Werkzeug garantiert eine brauchbare Datei.
Prüfen Sie jede wiederhergestellte Datei
Öffnen Sie die Dateien vom Ziellaufwerk und kontrollieren Sie Vollständigkeit und Lesbarkeit. PhotoRec kann Dateien ohne ursprüngliche Namen speichern; prüfen Sie den Inhalt, bevor Sie sie umbenennen. Scannen Sie unbekannte wiederhergestellte Dateien mit aktueller Sicherheitssoftware.
Ist eine Datei unersetzlich, scannen Sie nicht immer wieder die einzige Kopie des Datenträgers. Ein qualifiziert erstelltes sektorweises Abbild kann den aktuellen Zustand für weitere Arbeit erhalten. Für die Zukunft: Halten Sie eine getrennte Sicherung bereit und testen Sie gelegentlich die Wiederherstellung; ein synchronisierter Ordner kann Löschungen ebenfalls synchronisieren.
Passende Werkzeuge und Ratgeber
Offizielle Dokumentation
Prüfen Sie vor der Nutzung von Wiederherstellungssoftware die aktuelle Dokumentation. Verfügbarkeit und Verhalten können sich ändern.
Häufige Fragen
Lässt sich jede gelöschte Datei wiederherstellen?
Nein. Sie kann überschrieben, sicher gelöscht oder durch einen Schaden am Datenträger oder Dateisystem unzugänglich geworden sein. Wiederherstellungstools sind ein Versuch, keine Garantie.
Reicht der Papierkorb aus?
Nein. Er hilft bei manchen Löschungen auf einem Computer, aber nicht bei jedem Gerät, Dateisystem oder endgültigen Löschen. Halten Sie eine separate Sicherung vor.
Soll ich wiederhergestellte Dateien auf demselben Laufwerk speichern?
Vermeiden Sie das. Ein anderer physischer Datenträger verhindert, dass der Vorgang weitere möglicherweise wiederherstellbare Daten überschreibt.